
Laktose
Laktose ist der natürlich in Milch enthaltene Zucker. Um sie zu verdauen, produziert der Darm ein Enzym namens Laktase, das die Laktose in zwei einfachere Moleküle – Galaktose und Glukose – spaltet, die der Körper problemlos aufnehmen kann.
Nach dem Abstillen sinkt die Laktaseproduktion natürlich ab. Und hier wird es kompliziert: Etwa 70 % der Menschen weltweit entwickeln im Laufe ihres Lebens eine Laktoseintoleranz. Die restlichen 30 % tragen eine genetische Variante, die die Laktaseproduktion im Erwachsenenalter aufrechterhält, obwohl einige von ihnen diese Fähigkeit im Laufe der Zeit trotzdem verlieren.
Wenn die Laktase fehlt, passiert die Laktose den Dünndarm unverdaut und gelangt intakt in den Dickdarm. Dort nutzen die Darmbakterien die Laktose und fermentieren sie, wobei Gase und Säuren entstehen und Wasser in den Darm gezogen wird. Genau das verursacht die bekannten Symptome: Blähungen, Krämpfe, Durchfall und Übelkeit.
Doch es gibt gute Nachrichten: Eine Studie der EFSA zeigte, dass die meisten Menschen mit Laktoseintoleranz zwischen 6 und 12 g Laktose pro Tag vertragen, solange sie diese Menge auf mehrere Mahlzeiten verteilen. Die empfindlichsten reagieren bereits auf 3 g, doch eine Dosis von 1 g pro Mahlzeit wird in der Regel von fast allen gut vertragen. Das reicht aus, um viele von Natur aus laktosearme Lebensmittel zu genießen – insbesondere gereifte Käse. (Mehr dazu in Laktosefreier Käse?)
Eine weitere gute Nachricht: Wir haben eine mobile App entwickelt, lactose.help, die Ihnen die Arbeit abnimmt. Sie analysiert die maximale Laktosekonzentration eines Produkts anhand der Zutatenliste und Nährwertangaben. Die Anwendung ist kinderleicht: Barcode scannen und Ergebnis anzeigen lassen. Fertig.
Laktasepräparate sind eine weitere Option – und sie funktionieren wirklich gut, wenn sie korrekt angewendet werden. Ihre Konzentration wird in FCC-Einheiten gemessen, und entscheidend ist, die richtige Dosis zum richtigen Zeitpunkt einzunehmen, je nach der Menge an Laktose, die Sie zu sich nehmen. Wird das Timing verpasst, spüren Sie es.
Wenn Sie tiefer in das Thema einsteigen möchten, haben wir einen umfassenden Praxisleitfaden erstellt: Besser leben mit Laktoseintoleranz, erhältlich bei amazon.de. Der medizinische Inhalt wurde von zwei Ernährungsberatern geprüft. Er erklärt, wie die Verdauung funktioniert, wie Sie versteckte Laktose auf Etiketten erkennen, wie Sie Ihre persönliche Verträglichkeitsgrenze bestimmen und sogar, wie Sie zu Hause eigene laktosefreie Milchprodukte herstellen. Außerdem enthält er eine Tabelle mit 140 Käsesorten, geordnet nach ihrem Laktosegehalt – was viel hilfreicher ist als man denkt, wenn man bedenkt, dass 76 % der Feinkäsesorten für die meisten Intoleranten tatsächlich verträglich sind.